Laserscanning

Mit dem Begriff des Laserscannings werden Methoden beschrieben, bei denen sich aus Laufzeitmessungen von Laserimpulsen und ihrer räumlichen Orientierung die Koordinaten von zahlreichen Punkten ergeben. Durch den Einsatz solcher Messinstrumente wird es möglich, automatisiert Geometrien von Gebäuden und Objekten aber auch Topographien in Form von Digitalen Geländemodellen (DGM) zu erstellen. Im Bereich des Bauingenieurwesens werden solche Modelle benötigt, um Aussagen über Bauwerkszustände treffen zu können. Neben dem Einsatz im Bauwesen werden Laserscanner zudem auch zur Erfassung von Industrieanlagen und Großmaschinen verwendet, um damit Bauteile detailgenau erfassen zu können.

Da es sich bei den erstellten Daten nicht um logisch zusammenhängende Punkte handelt, bedarf es einer Nachbearbeitung der Punktdaten mittels CAD-Programmen (Computer Aided Design), um damit die Gestalt eines Objektes oder Gebäudes dreidimensional beschreiben zu können. Somit entsteht eine Punktwolke, durch die sich die Form von Bauwerken stilistisch erkennen lässt.

Zur Punkterzeugung kommen in der Geodäsie zwei grundlegend unterschiedliche Vermessungsinstrumente zum Einsatz. Hierbei handelt sich einerseits um Tachymeter Totalstationen und andererseits um Laserscanstationen. Die wesentlichen Unterschiede der beiden Arten von Vermessungsinstrumenten liegen vor allem im Aufbau und der Messgeschwindigkeit der Geräte.

Tachymeter Totalstationen werden in der Geodäsie für Vermessungen im Bereich des Katasterwesens und der Ingenieurgeodäsie eingesetzt. Durch Erweiterung der Geräte um eine Lasermessfunktion sowie eine Mechanik, die es ermöglicht, das Instrument automatisiert horizontal und vertikal zu bewegen, ist der Benutzer in der Lage, einen selbst definierten Bereich automatisch messtechnisch zu erfassen und somit eine Punktwolke zu erstellen.

Das Vermessungsinstrument ist mit einem Fernrohr ausgestattet, so dass der Anwender stets in der Lage ist, die Messung optisch zu überprüfen. Im Gegensatz hierzu ist eine Laserscanstation in der Regel nicht mit einem solchen Fernrohr ausgestattet, sondern verfügt lediglich über einen hochauflösenden Messkopf, der mittels Notebook und Software ferngesteuert wird. Der wesentliche Vorteil von Laserscanmessstationen liegt vor allem in der Messgeschwindigkeit. Um einen horizontalen 360° Scan durchzuführen benötigt diese ca. 1 Std 30 Min. und liefert dabei ca. 1 Mio. Punkte. Eine Tachymeter Totalstation schafft hingegen in einer vergleichbaren Zeit nur eine Punktmenge von ca. 1000 Punkten.

Ansprechpartner

Dipl.-Ing. MSc. Jan-Philipp Exner
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Dipl.-Ing. Timo Wundsam
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