ZfP-Verfahren

Stahlbeton gilt als vielseitiger und äußerst robuster Baustoff, doch auch er ist nicht unverwüstlich. Wechselnde klimatische Bedingungen, Feuchtigkeit, Tausalze und verkehrsbedingte Belastung machen dem Beton zu schaffen. Im Laufe der Jahre führt dies zu Korrosionsschäden, sowie weiteren nutzungsbedingten Degradationserscheinungen. Um die Sicherheit der Bauwerke dauerhaft zu gewährleisten, muss ihr Zustand daher in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden.

Zur zerstörungsfreien Prüfung (ZfP) von Stahlbeton- und Spannbetonbauwerken sind verschiedene zerstörungsfreie Verfahren entwickelt worden, die in der Regel einzeln genutzt und unabhängig voneinander ausgewertet werden. Die kombinierte Nutzung der Verfahren und die ortsgetreue Darstellung der Ergebnisse aller eingesetzten Verfahren hat große Vorteile für die Zustandserfassung und Schadensdiagnose von Betonbauwerken.

Eine automatisierte Multi-Sensor Zustandserfassung von Stahlbeton- und Spannbetonbauwerken ist mit den Systemen BetoScan und OSSCAR möglich. Durch verschiedene Verfahrenskombinationen können mit dem BetoScan-System verschiedene Zustandsparameter wie Betonfeuchte, Korrosionswahrscheinlichkeit aber auch die Betonüberdeckung und Informationen über Bauteildicken oder Hohlstellen bestimmt werden. Der OSSCAR-Bauwerkscanner vereint drei Messverfahren mit dem Ziel der Darstellung der Geometrie von Bauteilen, der Ortung von Tiefenlage und der  Durchmesserbestimmung von mehrlagiger Bewehrung sowie der Ortung und Tiefenlage mehrlagig verlegter Spannglieder. Die Systeme wurden bereits in einigen ersten Feldtests erprobt und haben ihre Einsatzfähigkeit bewiesen.

Bei der Inspektion von schwer zugänglichen Gebäudeteilen kommt ein Multikopter zum Einsatz, der exakte Daten in den Bereichen Zustandserfassung, Schadensanalyse und Monitoring liefert.

Weiterhin zählen Laserscanning und Georadar zu den derzeit modernsten Verfahren zur zerstörungsfreien Prüfung von Bauwerken.